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Respektvolles Zusammenleben - ein Beitrag zu tatsächlicher Integration
Bei den politischen Forderungen nach besserer Integration der Immigranten bleibt der Begriff Integration auffallend unbestimmt. Die meisten meinen wohl mit Integration die Assimilierung der Ausländer, ihre Einschmelzung in die deutsche Gesellschaft mit folgendem Unsichtbarwerden. Solche Vorstellungen von Integration sind unrealistisch.
Die Übernahme der Sprache des Aufnahmelands, die Angleichung sozial und kulturell geprägter Verhaltensweisen an die Mehrheitsgesellschaft sind in Einwanderergesellschaften meist ein mehrere Generationen dauernder komplexer Prozess. Zeitlich kurzfristige Erwartungen und Forderungen nach Integration im Sinne einer Einschmelzung der Zuwanderer in die einheimische Mehrheit verstärken daher zwangsläufig negative Einstellungen den Fremden gegenüber und hemmen ihre staatsbürgerliche Integration.
Sie blockieren gerade auch innerhalb der zugewanderten Menschen eine freiwillige allmähliche Eingliederung. Nach jahrzehntelangem Desinteresse an der politischen Integration der Zuwanderer, wie wir sie beim traditionellen Gastarbeitermodell erleben mussten, darf diesen heute nicht nachträglich unterstellt werden, sie seien weder willens noch fähig, sich in die Gesellschaft Deutschlands einzugliedern.
Zu einem respektvollen Zusammenleben gehört auch die Auseinandersetzung mit der Frage, was denn ein "integrierter Deutscher” sei. Angesichts der ständig zunehmenden Pluralisierung der deutschen Gesellschaft, ihren zahlreichen Parallelgesellschaften von Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebenswelten kann diese Frage nicht beantwortet werden.
Ihre Beantwortung würde sich zudem gegen den Kern des Grundgesetzes, der in ihm gewährten individuellen Freiheit der Weltanschauung und des religiösen Bekenntnisses richten. Nach dem Grundgesetz darf die individuelle kulturelle Identität deutscher Staatsbürger vom Staat politisch und gesetzlich nicht normiert werden.
Ein Deutscher darf nach dem Grundgesetz Christ, Buddhist, Moslem oder konfessionslos sein, er kann sich als Bayer oder Norddeutscher definieren, er kann für oder gegen die Regierung sein und hat im Rahmen des Grundrechts auf freie Meinungsäußerung sogar einen weiten Spielraum für Fundamentalkritik an unseren politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten.
All diese Rechte müssen selbstverständlich auch neuen Bürgern eingeräumt werden.
Dafür setzt sich das Fuldaer Netzwerk ein.
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